200 Jahre Kirche Eichen

 

"Die Kirche ist für uns da im Dorf"

"Wir schauen an solch einem Tag nicht nur in die Vergangenheit, wir fragen uns auch: Wie gestalten wir Kirche in 20 oder 50 Jahren?", beschreibt Pfarrer Martin Schmitthenner die Bedeutung des 200-jährigen Jubiläums der Eichener Kirche. Am 15. Juli haben die Eichener den Geburtstag ihrer Kirche gefeiert.

Zum Jubiläum war Südbadens Prälatin Dagmar Zobel angereist. Ihrer Predigt lag der Anfang des zwölften Kapitels des Römerbriefes zu Grunde. "Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor", schreibt dort der Apostel Paulus. Dies sei ein wunderbarer Satz, der der Schlüssel sei, verhängnisvolle Missstände im Miteinander zu unterbrechen und zu verwandeln, so Dagmar Zobel. Die Prälatin hoffte, dass die Gemeinde nicht nur zum Jubiläum in diesem Geist wachsen möge.

 

Die Kinder vom Kindergarten Eichen trugen ihre Geburtstagsgrüße mit einem Lied vor und überreichten ein selbstgemaltes Geburtstagsbild.

 

Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Gesangerein Eichen unter der Leistung von Dieter Waibel gestaltet.

Im Rahmen des Festgottesdienstes wurden auch Elfriede Strub und Irma Klein verabschiedet. Beide waren jeweils 23 Jahre als Kirchendienerinnen tätig gewesen.

Valeria Cesenko, die als Bundesfreiwilligendienstleistende ein Jahr in der kirchlichen Jugendarbeit gearbeitet hatte, feierte bei diesem Anlass ebenso ihren Abschied.

Angeführt von Prälatin Dagmar Zobel und Pfarrer Martin Schmitthenner zog die Festgemeinde von der Kirche zur Hülschematthalle. Bei der Prozession durchs Dorf wurde das Kirchenlied "Lobe den Herrn, meine Seele" angestimmt.

"Es war auch der Wunsch aus dem Dorf, dass wir gemeinsam laufen", begründete Pfarrer Schmitthenner den für Protestanten eher ungewöhnlichen Ausdruck kirchlichen Lebens. "Wir wollten auch der Öffentlichkeit deutlich machen: Wir sind Kirche", so der Pfarrer weiter.

Vor der Hülschematthalle waren Pavillon-Zelte und ein Mittagessen gerichtet. Bei prächtigem Wetter ging es mit dem gemütlichen Teil des Festaktes weiter.

Die Jugendkapelle Schopfheim verbreitete mit Instrumentalversionen von Amy-Winehouse-Stücken Big-Band-Atmosphäre. Der Gesangverein Eichen unterhielt das Publikum mit deutschen Weisen und amerikanischen und afrikanischen Spirituals.

Grußworte

Die Kirche in Eichen sei ein Ort für freudige wie auch traurige Anlässe gewesen, so Bürgermeister Nitz in seiner Festansprache. Ob Taufe, Hochzeit oder Beerdigung – alle Anlässe hätten eines gemeinsam: Sie seien immer Ausdruck der Dorfgemeinschaft. "Man merkt durchaus den Unterschied zur Kernstadt."
An diesem Festtag wurde auch Ökumene gelebt. "Jede Kirche lädt ein, Kontakt mit Gott zu suchen. Es ist aber auch wichtig, dass wir immer wieder die Nähe zueinander suchen", sagte Pfarrgemeinderätin Martina Rettig von der katholischen Seelsorgeeinheit Mittleres Wiesental in ihrem Grußwort. Johannes Schwald, Vorsteher der neuapostolischen Kirchengemeinden Schopfheim und Zell, wünschte, "dass die Eichener Kirche bis zum Wiederkommen Christi bestehen möge und dass in ihr weiter das Evangelium verkündet wird."

 

Der Dank der Gemeinde St. Michael geht an alle Helferinnen und Helfer der Vereine und der Kirchengemeinde in Eichen, die dazu beigetragen haben, dass dieses Eichener Kirchenjubiläum ein gelungenes Fest wurde.