Stadtkirche

 

Bereits im 18. Jahrhundert wurde die alte Kirche auf Grund der sehr stark wachsenden Einwohnerzahl zu klein. Zwei Alternativen standen zur Wahl, die Alte Kirche zu erweitern oder einen Neubau. Dieses Vorhaben zog sich bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts hinein. Als ein Kaufgesuch der deutlich kleineren katholischen Gemeinde nicht zeitnah entschieden wurde und diese in den 1870er Jahren mit der Pfarrkirche zum Seligen Bernhard von Baden ihre eigene erbauten, nahmen die Pläne erst 1880 konkrete Gestalt an. Diese sahen vor, neben der Alten Stadtkirche eine neue zu errichten. In der ersten Planungsphase gab es fünf verschiedene Varianten, was das Platzangebot und das Grundstück anbelangte. 1887 liegen die endgültigen Pläne von Baudirektor Josef Durm (1837–1919) vor und 1889 konnte im Beisein des Badischen Großherzogs mit dem Bau begonnen werden. Die Einweihung erfolgte am 3. Juli 1892 unter Mitwirkung des Landesfürsten, der einen Beitrag zu den 4 Glocken stiftete.

Die Glasfenster im Chor von W. Schöll sind Stiftungen von Schopfheimer Familien.

 

1937 ersetzte ein Kruzifix den bisherigen Hauptaltar. Das Kreuz stammt von Johann Stupfer, der es mit seinen drei Söhnen 1687 der Alten Stadtkirche stiftete. Heute, nach Abänderung der Kreuzbalken zu Metallbändern, hängt das Kreuz im Chorraum.

1996 wurden der Chor, beide Orgeln, ein Seitenschiff, einige Kirchenbänke  und die Kanzel durch Brandstiftung  stark beschädigt.  Die Kirche musste innen gänzlich renoviert werden, erst 2000 waren alle Arbeiten abgeschlossen.

Die Evangelische Stadtkirche steht in einer kleinen Parkanlage östlich des Stadtzentrums. Das einschiffige Langhaus ist kreuzförmig angelegt; denn sowohl die beiden ausladenden Querhäuser wie auch der Chor enden mit einem polygonalen 5/8-Apsisabschluss. An den vier Winkeln befinden sich seitlich unregelmäßige Fünfeckräume, deren Treppenaufgänge auf die Emporenetage der Kirche führen. Der südwestlich ausgerichtete, über 50 Meter hohe Glockenturm verjüngt sich über vier Stockwerkgesimse und wird von einem schlanken Pyramidendach bekrönt. Spitzbogige Klangarkaden ragen bis unter die Giebeldreiecke, darunter befinden sich die Zifferblätter der Turmuhr.

Das Innere der dreijochigen Stadtkirche wird mit einem monumentalen Kreuzrippengewölbe überspannt. Das Gewölbe ist aus leichten Hohlziegeln gemauert. Alle Querräume werden durch Rundbogen vom Haupthaus getrennt. An beiden Längsseiten befinden sich Emporen für die Kirchenbesucher. Die Emporen sind an ihrer Unterseite zum Erdgeschoss flach. Der Raum zwischen den Querschiffen und dem Langhaus wird über drei Rundbögen verbunden, welche die Empore tragen.

Orgeln in der Stadtkirche

Glocken in der Stadtkirche

Induktive Höranlage

125 Jahre Stadtkirche