Religionspädagogik
Die religionspädagogische Arbeit fügt sich wie selbstverständlich durch Rituale in unseren Alltag ein. Das tägliche Tischgebet („Alle guten Gaben“, „ Für dich und mich ist der Tisch gedeckt“), und die christlichen Lieder, die wir im Stuhl- und Morgenkreis singen, sind Elemente, die unseren Kindern viel Mut und Kraft geben. Sie erfahren dadurch ich bin von Gott begleitet und geliebt. Regelmäßig werden im Stuhlkreis Andachten mit den Kindern zu gefeiert. Dabei wird eine biblische Geschichte erzählt und mit viel Freude gesungen.
Drei Gottesdienste im Jahr, zu denen die Eltern und die Gemeinde eingeladen sind, werden mit den Kindern als Projekt durchgeführt. Die Gottesdienste werden mit der Diakonin geplant. Den Vorschülern obliegt dabei in der Regel die Hauptrolle. Wir gestalten ein Lied aus, spielen eine biblische Geschichte vor oder präsentieren ein Bilderbuch, dass die Lebenssituation und die Fragen der Kinder wiederspiegelt.
Kinder im Kindergartenalter fragen nach dem Sinn des Lebens: nach Geborenwerden, nach dem Sterben, nach dem Sinn, warum die Welt ist, wie sie ist. Nach unserem christlichen Selbstverständnis versuchen
wir ihre Fragen zu beantworten. Bilderbücher, die Themen dieser Art aufgreifen, sind für die Kinder im Freispiel zugänglich. Selbstverständlich feiern wir die christlichen Feste Weihnachten und Ostern im Jahreskreis.
Bewegungserziehung
Bewegung ist eines der kindlichen Grundbedürfnisse: Kinder rennen, hüpfen, balancieren, wann immer sie die Möglichkeit dazu haben. Unsere Räumlichkeiten bieten Kindern gute Möglichkeiten, diesem Bedürfnis nachzugehen. Nach dem Frühstück ist Bewegungszeit bei uns: Unsere Turnhalle wird an Regentagen und im Kleingruppenangebot am Mittwoch für die Kinder zur Bewegungs- baustelle. Wir nutzen sie als Autobahn, Turnzimmer, Dschungel und für Bewegungsspiele. Über Bewegungsangebote lässt sich viel Lernen – die grobmotorischen Fähigkeiten werden geschult, das Sozialverhalten wird gefördert. Durch Übungen in verschieden Sozialformen wächst die Gemeinschaft zusammen. Durch da Einbringen eigener Ideen der Kinder wird die Kreativität gefördert. Wenn die Kinder neu in den Kindergarten kommen werden sie schnell vertraut mit den Regeln unserer Klassikerspiele: Feuer, Wasser, Sturm und Reise nach Jerusalem. Im Laufe der Kinder- gartenzeit entsteht oft die Motivation einmal erster bei diesen Spielen zu werden. So lernen die Kinder den Umgang mit Frust, wenn sie verlieren und wachsen in ihrem Selbstbewusstsein, wenn sie Sieger werden. Bewegung und Ruhe sind zwei Komponenten, die zusammengehören – Pausen auf der Bank gehören zum Ausruhen ebenso dazu, wie kleine Stilleübungen oder Konzentrationsübungen. In der Turnhalle herrscht oft eine ausgelassene Stimmung wenn 21 Kinder fröhlich miteinander toben. Hinterher ist wieder Muße für ein Puzzle, ein Bilderbuch oder malen im Gruppenraum.
Vorbereitung auf die Schule
Im letzten Kindergartenjahr findet einmal wöchentlich die Vorschule statt. Unsere 5jährigen Kinder freuen sich sehr auf dieses methodisch abwechslungsreiche Angebot, dass sie altersgemäß fordert und fördert und sie für ihren Start in die Schule gut vorbereitet. Ziel unseres Angebots ist es die Kinder auf ihre Rolle als Schulkind vorzubereiten. Durch Rollenspiele z.B. sollen sie in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt werden, komplexe Ausmalbilder oder auch Vorschulblätter stärken die Konzentrationsfähigkeit. Unsere Handpuppe, der kleine Rabe Socke, begrüßt die Kinder stets zu Beginn der Vorschule und schafft eine motivationsfördernde Atmosphäre. Feste Bestandsteile unseres Vorschulprogramms sind:
- Das Sankt-Martins-Spiel zum Laternenfest
- Vertiefende Einheiten zum Jahresthema (s. Punkt 4)
- Die Anspiele zu den Gottesdiensten
- Exkursionen zur Polizei, ins Museum und die Übernachtung im Juli
- Kleine Spiele und erste Übungen zur mathematischen
- Grundwahrnehmung und zum Schreiberwerb Erstellung eines Webteppichs
Die Dr. Max-Metzger-Schule aus Schopfheim bietet unseren Vorschülern von Oktober bis Pfingsten ebenfalls ein Vorschulprogramm, dass spielerisch in unserem Kindergarten 45 Minuten 14tägig durchgeführt wird. Die Kooperationslehrerin beginnt in der Regel mit einer Stuhlkreissituation, in der gesungen, gespielt und gereimt wird. Die darauffolgende Aufgabe wird mit den Kindern in der Gruppe erarbeitet und danach am Tisch in Eigenarbeit umgesetzt.
Wir Erzieherinnen tauschen uns mit der Kooperationslehrerin regelmäßig über die Vorschulkinder aus und bieten den Eltern von Januar bis Februar ein Entwicklungsgespräch an. Wir geben der Eltern Rückmeldung über die gemeinsamen Beobachtungen. Inhalt dieses Gespräches ist die Einschätzung, wie das Kind in Bezug auf die Schulfähigkeit eingeschätzt wird. Neben einer regulären Einschulung in die erste Klasse der Grundschule, gibt es noch andere Möglichkeiten, wie die Grundschulförderklassen oder die Sprachheilschule.
Jahresthema
Unser Jahresthema hat projektartigen Charakter und zieht sich wie ein roter
Faden durch das Kindergartenjahr von Januar bis Juli. In unsere Kleingruppe vertiefen wir das Jahresthema und ein Stuhlkreis pro Woche ist für das Jahresthema reserviert. Wir Erzieherinnen orientieren uns bei der Auswahl des Themas an der jeweiligen Gruppensituation und stellen uns folgende Fragen:
- Was brauchen die Kinder?
- Was interessiert die Kinder?
Wenn wir uns für ein Thema entschieden haben, überlegen wir weiter, wie sich die Kinder das Thema erschließen können. Mit Methodenvielfalt einerseits - die Kinder lernen mit Kopf, Herz und Hand - und dem Projektcharakter andererseits, - die Kinder bringen neue Ideen ein - entwickelt sich das Thema weiter. Wenn die Möglichkeit besteht, laden wir Experten zum Thema zu uns in den Kindergarten ein. Wir besuchen mit den Kindern Veranstaltungen oder Museen, die zum Thema passen.